SPRACHBARRIEREN UND SPRACHMITTLUNG

Sprachbarrieren sind für Menschen mit geringen Deutschkenntnissen ein alltägliches Problem, gerade im Kontakt mit öffentlichen Einrichtungen. In Deutschland betrifft dies ca. 5 Mio. Menschen. Wir schätzen mit Blick auf etablierte Versorgungssysteme wie in der Schweiz, dass in Deutschland ca. 2 Mio. Sprachmittlungseinsätze im Jahr benötigt werden, um Sprachbarrieren systematisch abzubauen. Ein flächendeckendes, effizientes und rechtssicheres Versorgungssystem ist bisher jedoch nicht in Sicht.

In Deutschland gibt es zahlreiche Sprachmittlungsangebote mit großen Unterschieden beim Organisationsgrad und professionellen Anspruch. Das können private Helferkreise sein, Qualifizierungsprojekte der Jobcenter, kommunale Vermittlungsstellen und Integrationszentren oder lokale Projekte, die von Wohlfahrtsverbänden und Bildungsträgern betrieben und von staatlichen Stellen über Projektförderungen finanziert werden. Nur selten wird Sprachmittlung von öffentlichen Einrichtungen über kommerzielle Dienstleister eingekauft. Dieses unübersichtliche und nicht immer effiziente Angebot deckt den Bedarf nicht.

DAS BUCH

In unserem Buch zeigen wir auf, was bedacht werden muss, damit Sprachmittlung flächendeckend, effizient und rechtssicher in öffentlichen Einrichtungen eingesetzt werden kann und der Umgang mit Sprachbarrieren für alle Beteiligten einfacher wird.

Das Buch richtet sich besonders an Leser aus der Praxis: Projektverantwortliche, Sprachmittler, Politiker, Verbandsvertreter, potenzielle Nutzer von Sprachmittlung. Es soll den Blick auf die Erfordernisse der Praxis lenken. Wir zeigen die verschiedenen Facetten des Themas für diejenigen auf, die Sprachmittlung in öffentlichen Einrichtungen ganz praktisch bereitstellen wollen.

Aus dem Inhalt: was benötigen die verschiedenen Einrichtungen und was sind die Perspektiven der Sprachmittler? Wie lässt sich der Bedarf an Sprachmittlung genauer einschätzen? Welche Rechtsgebiete sind bei der Bereitstellung von Sprachmittlung zu beachten? In welchen Kontexten gibt es einen rechtlichen Anspruch auf Sprachmittlung? Wie kann schriftliche Sprachmittlung organisiert werden? Welche Qualifizierungskonzepte gibt es? Welche Herausforderungen beinhaltet Sprachmittlung per Telefon?

Einführungskapitel und Inhaltsverzeichnis zum Download (PDF).

Verlagsflyer zum Download (PDF).

AUSTAUSCH

Um Sprachmittlung flächendeckend in öffentlichen Einrichtungen zu etablieren, benötigt man ein Change Management, die Digitalisierung der Vermittlungswege, eine systematische Qualitätssicherung, sowie eine bedarfsgerechte und rechtskonforme Verwaltung, Vermittlung und Abrechnung. In manchen Bereichen (wie etwa dem Gesundheitswesen) kann auch die Entwicklung von neuen Fortbildungskonzepten erforderlich sein.

Wenn Sie sich für diese Themen interessieren und den Umgang mit Sprachbarrieren für alle Beteiligten vereinfachen wollen, können Sie uns gerne kontaktieren. Wir haben in der Vergangenheit schon mit verschiedenen Akteuren zusammengearbeitet, wie etwa der Fördern &Wohnen AÖR in Hamburg, der rheinland-pfälzischen Landesregierung oder verschiedenen Kommunen und Sprachmittlerpools.

ÜBER UNS

Feyza Evrin
*1987, ist Referentin für Projektförderung bei einer Stiftung. Sie hat einen Master in Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft und ist allgemein beeidigte Dolmetscherin und Übersetzerin für Türkisch und Englisch.

Bernd Meyer
*1964, ist Universitätsprofessor für Interkulturelle Kommunikation an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zu seinen Schwerpunkten in Forschung und Lehre gehört das Dolmetschen im Gesundheitswesen.

 

KONTAKT

info (at) evrinmeyer.de

 

LINKS UND RESSOURCEN

Auf der Webseite des Fachbereichs Interkulturelle Kommunikation an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz finden Sie Informationen zu Forschungsprojekten aus den Bereichen Sprachmittlung und Sprachbarrieren.
ikk.fb06.uni-mainz.de

DOLMATCH – Dieser Online-Kurs bietet eine kostenfreie Handreichung für medizinische Fachkräfte zur Zusammenarbeit mit Dolmetschenden. Das Projekt beinhaltet fünf Module zur freien Absolvierung und wurde im Rahmen eines Förderprojektes von Expert*innen aus den Bereichen des Dolmetschens und der interkulturellen Kommunikation entwickelt.
dolmatch-fortbildung.de

Der Verein „interpret“ in der Schweiz vertritt die lokalen Vermittlungsstellen in den Kantonen, organisiert Fortbildungen und stellt viele Ressourcen zum Thema zur Verfügung.
www.inter-pret.ch

Die US-Justizministerium bietet auf der Seite LEP.gov Informationen und Ressourcen zum Umgang mit Sprachbarrieren an. LEP bedeutet „limited English proficiency“ und bezeichnet Personen, die bei der Volkszählung angaben, Englisch „less than very well“ zu sprechen. Unter anderem kann man erfahren, wie viele dieser Personen in bestimmten Landkreisen leben und welche Sprachen sie als „Muttersprachen“ nennen.
www.lep.gov

IMPRESSUM

Evrin & Meyer GbR, Gayerstrasse 33, 67346 Speyer

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